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Die Sprache der Dinge No. 1

9. Februar 2013

Skintimacy, skin-based Interaction, Forschungsprototyp, mit Oscar Palou Ribó, Berlin, 2013Skintimacy, skin-based Interaction, Forschungsprototyp, mit Oscar Palou Ribó, Berlin, 2013

Am Design Research Lab, einem Forschungsinstitut an der Universität der Künste Berlin, wird seit 2005 zur Vermittler- und Innovationsrolle von Design bei der Entwicklung nutzerorientierter Informations- und Kommunikationstechnologien geforscht. Wie wird Technologie „menschlicher“ beziehungsweise auf die individuellen Bedürfnisse unterschiedlichster Nutzer abgestimmt?

RFID-Chips, die zu Tracking- und Identifizierungs- zwecken unter die Haut transplantiert werden, Herzschrittmacher, die den Herzmuskel stimulieren, Elektroden im Gehirn, die Depressionen mindern – aus medizinischer Sicht wird der menschliche Körper längst durch vielfältigste elektronische Bauteile „repariert“ und „erweitert“. Wie verändert sich unsere Vorstellung von Intimität, wenn unsere Haut zu einem Interface wird, wenn wir immer mehr mit Technologie verschmelzen?

Alexander Müller-Rakow erforscht diesen Zusammenhang von Intimität und Technologie. Sound ist für ihn ein Mittel, intime Beziehungen auszuloten. Für die Ausstellung hat er daher ein spezielles „Musikinstrument“ entwickelt: Die Hörmuscheln seiner Installation geben nicht nur den Klang wieder, sondern sind zugleich Sensor für die digitale Klangsynthese. Berühren sich die Besucher gegenseitig, beeinflussen sie nicht nur den Sound, sondern werden auch Teil des Instruments. Auf die Haut legt sich eine leichte Spannung, durch die Art der Berührung, ihre Dauer und Intensität, werden die Töne moduliert. Bitte ausprobieren und anfassen!

Skintimacy, skin-based Interaction, Forschungsprototyp, mit Oscar Palou Ribó, Berlin, 2013 (Ausstellungsansicht Look Twice, Foto Malwine Rafalski)Skintimacy, skin-based Interaction, Forschungsprototyp, mit Oscar Palou Ribó, Berlin, 2013 (Ausstellungsansicht Look Twice, Foto Malwine Rafalski)

Skintimacy, skin-based Interaction, Forschungsprototyp, mit Oscar Palou Ribó, Berlin, 2013 (Ausstellungsansicht Look Twice, Foto Malwine Rafalski)Skintimacy, skin-based Interaction, Forschungsprototyp, mit Oscar Palou Ribó, Berlin, 2013 (Ausstellungsansicht Look Twice, Foto Malwine Rafalski)


Alexander Müller-Rakow (geb. 1982) ist Forscher und Doktorand am Design Research Lab der Universität der Künste Berlin. Nach Abschluss seines Studiums im Bereich Industrie- und Interaktionsdesign an der Fachhochschule Magdeburg und der Universität Bergen, Norwegen, hat er als Freiberufler in den Bereichen Innen-, Transport- und Produktdesign gearbeitet. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit lehrte er bisher z. B. an der Hochschule für Künste Bremen, der Fachhochschule Magdeburg und der Universität der Künste Berlin. www.design-research-lab.org

Skintimacy: Alexander Müller-Rakow erforscht mit einem speziellen „Musikinstrument“ den Zusammenhang zwischen Intimität und der elektronischen Erweiterung unserer Körper.