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Klang als bildhauerisches Material

5. Februar 2013

Klanghelm, multisensorisches Objekt, 2010Klanghelm, multisensorisches Objekt, 2010

Die Installationen von Satoshi Morita erschließen eine sinnlich-akustische Welt jenseits dessen, was wir mit unseren Ohren wahrnehmen können. Sein bildhauerisches Material ist der Klang. Seine Soundkompositionen werden als unmittelbares Erlebnis nicht nur hörbar, sondern mit dem ganzen Körper haptisch spürbar. Dabei spielt er mit dem Gedächtnis der Haut, mit unseren Erinnerungen – wie bei Regentropfen, deren Klang wir hören und deren Berührung wir wahrnehmen, auch wenn wir im Trockenen sind. 

Die Klangkapsel (2008), seine erste Arbeit zu diesem Thema, schmiegt sich wie eine zweite Haut um den Körper. Neben einer Soundkomposition aus Schritten, Herzschlägen oder dem Klappern der Zähne, lösen sogenannte Körperschallerzeuger unter Kopf und Brust, an Händen und Füßen ein physisches Empfinden aus. Der Klanghelm (2010), für den mehrere Stücke eigens komponiert wurden, ist neben Lautsprechern auch mit Körperschallerzeugern ausgestattet.

Klangkapsel, multisensorisches Objekt, 2008Klangkapsel, multisensorisches Objekt, 2008


Satoshi Morita (geb. 1974) ist Klangkünstler. Er studierte Bildhauerei an der Tokyo Zokei Universität, Japan und der Kunstakademie Münster sowie Sound Studies an der Universität der Künste Berlin. Seine Arbeiten werden international ausgestellt wie z. B. auf der Ars Electronica Linz, Sonambiente Festival Berlin, Touch Me Festival Zagreb, Sound Travels Festival Toronto und dem The Mind Museum Manila. 2008 erhielt er den Prix Ars Electronica für „Sound Capsule“. Er realisierte mehrere Sendungen für das Radio u. a. für WDR 3, Deutschlandradio Kultur und hr2-Kultur. www.sonicspacelabs.com

Über die multisensorischen Objekte des Soundkünstlers Satoshi Morita.