Architecture Matters

Russische Schizophrenie

Das gegenwärtige Bild von Russland ist fast durchweg dunkel, bedrohlich, zumindest undurchsichtig. Spionage, Fake News, Aggression, Wodka. Ist das wirklich so einseitig? Der Architekt und Architekturtheoretiker Kiril Ass skizziert von innen heraus ein kritisches Bild des Landes und insbesondere der Stadtentwicklung Moskaus seit 1989: Vom Turbokapitalismus der 1990er, der Phase der Liberalisierung bis zur aktuellen Hinwendung zum Nationalen und teils widersprüchlichen Ideen von alter Größe – Ideen von Zukunft, die sich doch ausschließlich um die Vergangenheit drehen.

Als Architekt arbeitet Ass im Büro von Alexander Brodsky. Er lehrt an der unabhängigen „Moscow School of Architecture“. Mit seiner Frau Nadya Korbut entwirft er eindringliche Ausstellungen u. a. für das Garage Museum of Contemporary Art oder das Jüdische Museum.

Über Architektur Stadtplanung und Macht in Moskau. Ein Interview mit Kiril Ass.

Februar 2017

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