Digital Utopia

Künstliche Welten

Können Faktoren wie Temperatur, Luftfeuchte, Lichtstärke – obwohl unsichtbar – wirkungsvolle architektonische Mittel sein, Räume und deren sinnliche Qualitäten zu gestalten? Welche Möglichkeiten ergeben sich dabei durch die digitale Steuerung der Gebäudetechnik? Wird die Gebäudehülle immer mehr zu einer responsiven Schicht, die auf innere und äußere Veränderungen reagiert? Welche Idee der Welt steckt hinter dem Ansatz „function and form follow climate“?

Der schweizer Architekt Philippe Rahm wurde u. a. mit der Installation „Hormonorium“ bekannt: Mit intensivem Licht und reduziertem Sauerstoffgehalt simulierte er in einem Innenraum eine Gebirgslandschaft, die unmittelbar auf das Wohlbefinden des Betrachters einwirkt. In einem Vortrag gibt Rahm Einblick in seine Arbeit. Im Anschluss folgt ein Gespräch mit Thomas Auer, Ingenieurbüro Transsolar und dem Landschaftsarchitekten Martin Rein-Cano, Topotek 1. Moderation Nadin Heinich, plan A.

Über die Referenten:

Philippe Rahm lebt und arbeitet in Paris und in Lausanne. In seinen Projekten bilden klimatischen Gegebenheiten den Ausgangspunkt der architektonischen Gestaltung: Phänomene wie Luftströmung, Verdunstung, Wärmekonvektion definieren Form, Nutzung und Atmosphäre seiner Räumen und damit auch unser persönliches Wohlbefinden und unsere Raumwahrnehmung. Mit diesem Ansatz einer „Klimaarchitektur“ sucht Rahm nach neuen, zeitgemäßen architektonischen Mitteln – auch als Antwort auf die Folgen des Klimawandels. 2002 hat Rahm die Schweiz auf der Architekturbiennale in Venedig vertreten. Seine Arbeiten wurden in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, u. a. im Guggenheim Museum, Louisiana Museum, Centre Pompidou und Canadian Centre for Architecture.

Thomas Auer ist einer der Geschäftsführer der Firma Transsolar Energietechnik mit Standorten in Stuttgart, München und New York. Er lehrte u. a. an der School of Architecture, Yale University, USA. Transsolar entwickelt und bewertet innovative Klima- und Energiekonzepte. Ziel ist es, Gebäude zu gestalten, die den „höchstmöglichen Nutzerkomfort mit dem geringstmöglichen Einfluß auf die Umwelt“ verbinden. Dabei arbeiten sie weltweit mit führenden Architekturbüros wie Sauerbruch Hutton, Behnisch und Partner oder SANAA zusammen.

Der Landschaftsarchitekt Martin Rein-Cano ist einer der beiden Inhaber des Büros Topotek 1. Er versteht sich als Grenzgänger, als Wanderer zwischen verschiedenen Genres, Typologien und Maßstäben. Topotek 1 ist in der Gestaltung urbaner Freiräume und der Bearbeitung städtebaulicher Themen verwurzelt, unternimmt aber ebenso Ausflüge in die Konzeption und Realisierung von Ausstellungen und Kunstinstallationen. Die Arbeit von Topotek 1 wurde u. a. mit dem Deutschen Städtebaupreis und dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet.

Akademie der Künste
Pariser Platz 4
10117 Berlin

18.11.2010, 20 Uhr
Im Anschluss laden wir in die Clublounge der Akademie ein.
 

Eine Kooperation zwischen der Akademie der Künste und plan A.

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