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Robotic Freedom

„Sie sind entlassen! Wie uns Computer und Roboter die Arbeit wegnehmen – und welche Berufe morgen noch sicher sind“, titelte der Spiegel Anfang September. Natürlich ist das reißerisch, doch findet gerade ein grundlegender Wandel statt. Lange galt die generelle Annahme, Roboter seien eine Bedrohung – in sozioökonomischer Hinsicht wie ganz konkret im Alltag. Schon rein rechtlich waren Mensch-Roboter-Interaktionen vollständig untersagt. Roboter arbeiteten hinter Gittern, Absperrungen oder Lichtschranken, jedoch keinesfalls zusammen mit Menschen. Das ändert sich jetzt, nicht nur in der Industrie, wo die erste Generation „weicher“ Roboter in die Fabriken einzieht.

Die Architekten Fabio Gramazio und Matthias Kohler, Gründer des Lehrstuhls für Architektur und Digitale Fabrikation an der ETH Zürich, sind davon überzeugt, dass auch auf der Baustelle der Zukunft Menschen mit Robotern zusammenarbeiten werden. Bis dahin ist allerdings noch viel Forschung und Entwicklung notwendig. Aus der Perspektive von Planbarkeit und Kontrolle ist die Baustelle Königsdisziplin für Roboter. Zu diesem Zweck wurde nach sechsjähriger Planungs- und Bauzeit vor einigen Wochen an der ETH Zürich das neue Arch_Tec_Lab des Instituts für Technologie in der Architektur an der ETH Zürich eröffnet. Es ist das größte seiner Art. Die Baukosten beliefen sich auf gut 38 Millionen Schweizer Franken. „Wir sind der Überzeugung, dass sich das Bild, mit dem wir gestartet sind, das des trägen Industrieroboters, der am Boden angeschnallt ist, gerade auflöst“, so Gramazio und Kohler. Eine Reportage.

Eine Baunetzwoche von Nadin Heinich über das neue Arch_Tech_Lab an der ETH Zürich.

27.10.2016

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